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Für die dauerhafte körperliche und geisige Gesundheit der Raubkatzen ist ein tägliches Sportprogramm sehr wichtig. Durch dieses Training werden sie physisch und psychisch gleichermaßen angeregt, ihre natürliche Agilität bleibt erhalten und es stärkt die Muskulatur der Tiere. Langeweile kommt so bei den Tigern und Löwen nicht auf, sie haben Spaß am Erlernten.

Alle Übungen sind dem natürlichen Verhaltensweisen der Tiere in der Wildnis angepasst. Die Sprünge zum Beispiel gehen von einem Podest zum anderen und simulieren damit den Beutesprung. Hochsitzen werden die Raubtiere bei kleineren Raufereien untereinander, während das Gehen auf den Hinterbeinen die höchste Kampfstellung bedeutet.

Alle diese Bewegungsabläufe kann nur ein erfahrener Tierlehrer von den Tieren verlangen, den sie als Alphatier anerkennen und der genaueste Kenntnisse von der Tierpsyche und der Verhaltensweise dieser schönen, aber immer gefährlich bleibenden Tiere hat. Nur durch seine Autorität ist es auch möglich Raubtiere auf kleinsten Raum zu versammeln, die sich sonst bekämpfen würden.

Damit unsere Besucher die Arbeit mit den Tieren besser verstehen können, wird jedes Training verständlich und lehrreich moderiert. Jeder Besucher erhält viele Informationen über Raubkatzen, ihre Verhaltensweisen und ihre Eigenarten.

Unsere Tiertrainer

Dieter Farelld61d44254608dd06ccdd2ff02982d14d_M
Dieter Farell wurde am 31.07.1934 in Rebesgrün im Vogtland als zweiter Sohn des dortigen Bürgermeisters geboren. Schon seit frühster Kindheit gehörte seine Liebe den Tieren.

Im Alter von acht Jahren sah er zum ersten Mal einen Zirkusfilm und von diesem Augenblick an war es sein Wunsch einmal selbst mit Raubtieren zu arbeiten.

1946 verschlug es die Familie nach Lübeck und Dieter Farell musste auf den Wunsch seines Vaters eine Lehre als Mineralölgroßkaufmann absolvieren. Bereits in den letzten beiden Schuljahren in der Realschule und während seiner Lehre besuchte er täglich den kleinen Tierpark in Lübeck, wo er erste Kontakte mit Löwen aufnahm. Um finanziell unabhängig zu sein, machte er sich mit einer Speditionsfirma selbstständig. 1960 kaufte er sich seine ersten Raubtiere und baute sich eine Raubtiernummer auf. Schon 1963 wurde er vom damaligen Großcircus Sarrasani engagiert. Nach einem schweren Unfall 1966 begann Dieter Farell mit dem Aufbau einer sensationellen Raubtiergruppe mit 5 verschiedenen Tierarten. Mit dieser Gruppe absolvierte er die besten Engagements in ganz Europa und erhielt für seine Darbietung die Ernst-Renz-Medaille und den silbernen Clown vom Circusfestival in Montecarlo. Schon während der Reisetätigkeit träumte er von einem eigenen Zoo, in dem seine Raubkatzen viel Platz und Beschäftigung haben. Aus diesem Traum ist der heutige Tigerpark entstanden. Noch heute trainiert Dieter Farell täglich mit seinen Raubkatzen vor Publikum und erklärt vieles Wissenswertes über seine Leidenschaft den Raubkatzen. Seine Tochter Monica und sein Sohn René traten in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters.

Monica Farell12c23bc0-70a3-4d52-d013-688b81996187
Mit drei Jahren war sie schon dabei, als ihr Vater ins erste Circus-Engagement im April 1962 fuhr. Sie lernte die atemberaubende Atmosphäre eines Großzirkus mit seiner Tier- und Artistikwelt seit frühester Jugend kennen. Ihr besonderes Interesse galt schon immer den Tieren, doch den erwachsenen Raubtieren durfte sie noch nicht näher treten. Sie konnte es auch kaum verstehen, als sie im schulpflichtigen Alter nicht mehr mit dem Zirkus mitreisen konnte, sondern bei den Großeltern in Lübeck bleiben musste, um die Schule zu besuchen. Nur in den Schulferien konnte sie wieder beim Zirkus sein.

Wie alle Mädchen fühlte sie sich zu erst zu den Pferden hingezogen und später entdeckte sie ihre Liebe zu schwarzen Pantern. 1972 wurden die beiden Panter Micky und Junior geboren und das brachte ihren Vater auf die Idee mit diesen ungleichen Tieren, Pferd und Panter, eine Weltsensation zu schaffen, wie sie noch niemals in der Zirkusgeschichte vorkam.

Als ihr Vater ihr von dieser Idee erzählte, wollte sie am liebsten gleich die Schule hinschmeißen und sich dieser verlockenden Aufgabe widmen. 1973 wurde das erste Pferd angeschafft: Ein Haflinger, der den Namen „Mustang“ bekam. Es war im Winterquartier in Lübeck, als die Panter zum ersten Mal das Pferd zu sehen bekamen und umgekehrt das Pferd die Panter. Eine mühevolle Dressurarbeit begann, bei der es darauf ankam, dass die Panter in dem Pferd nicht mehr eine Beute sahen, sondern nur noch ein bewegliches Requisit und das Pferd in den geschmeidigen Raubtieren nicht mehr die tödliche Bedrohung.

Später konnte ein zweiter Haflinger gekauft werden, der von Anfang an keine Angst vor den Raubtieren zeigte. Nur in den Ferien konnte Monica ihrem Vater bei der Dressur helfen, denn ihr Vater bestand auf einem ordentlichen Schulabschluss. 1976 ging sie vom Carl-Jacob Burckhardt-Gymnasium mit der mittleren Reife ab.

Als jüngste Dompteuse führte sie am 22.07.1976 diese Weltsensation zum ersten Mal in Annecy, Frankreich, vor und es war ein Riesenerfolg, als sie zum Schluss der Darbietung zusammen mit einem der schwarzen Panter auf dem Pferd ritt. Es folgten weitere Auftritte in Frankreich. 1977 und 1978 arbeitete Monica mit ihren Pantern beim Circus Sarrasani. Ein dritter Panter, mit dem Namen Sylvester, wurde von Monica mit Hilfe ihrer Mutter aufgezogen und dann später auch als reitender Panter ausgebildet. Es folgten viele weitere Engagements in ganz Europa. Bis zum Saisonende beim Zirkus „Krone“ im Jahre 1984 war diese Darbietung der Höhepunkt in vielen Showprogrammen.

Zusammen mit ihrem Vater dressierte sie später eine Panternummer, die aus sechs schwarzen Pantern und zwei Leoparden bestand, die mit nie gezeigten Tricks das Publikum begeisterte. Monica Farell hat zwei Kinder, Danny und Dwayne, für die sie sich schweren Herzens langsam aus der Manege verabschiedete. Nur noch bei kurzen Engagements, Fernsehshows, Werbefilme und ähnliche Tätigkeiten konnte sie ihre Fähigkeiten im Umgang mit den Pantern beweisen.

Umso mehr freute sich Monica auf die neuen Aufgaben im Erlebnis- und Tigerpark.

Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Saad übernahm sie die Verantwortung für den Mitmachcircus. Neben ihrer spektakulären Trapezdarbietung lehrte sie Hundedame Cassandra auf einem Pony zu reiten und erfreute damit viele Besucher des Parks. Weitere Tierdressuren z.B. mit Ponys oder Friesenhengst Fernando und eine Hunderevue gehören mit zum Showprogramm des Tigerparks.

Seit 2006 zieht es sie auch nun wieder zu ihren Freunden, den Raubkatzen. Drei neue Tiger wurden im Frühjahr angeschafft. Sehr behutsam und mit ihrer langjährigen Erfahrung als Tierlehrerin begab sie sich erstmals wieder zu jungen, agressiven Tigern in die Manege. Im Dezember 2006 wurden dann weitere drei Tiger in der Schweiz gekauft und ab Februar fing sie an mit ihnen zu trainieren.

Im April 2007 hatte sie dann Premiere erstmals wieder vor Publikum mit Raubkatzen aufzutreten. Auch sie moderiert , wie ihr Vater, die Dressurproben.

Im Laufe der Saison und mit Hilfe ihres Vaters Dieter Farell wurden dann die Tiger zu einer Gruppe zusammengeführt.

In den folgenden Wintern wurde weiter an neuen Tigershows und Parkelementen gearbeitet, die den interessierten Besuchern ein ständig erweitertes Angebot präsentieren sollen.

René Farell
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Farell wurde am 15.10.1962 in Lübeck geboren und kam als 4-jähriger zum ersten Mal mit dem Circus in Berührung. Als die Löwen seinen Vater im November 1966 anfielen, wurde er Zeuge der dramatischen Ereignisse.

Als sein schwerverletzter Vater schon auf dem Weg ins Krankenhaus war, fand man ihn, laut schimpfend mit einem Stock bewaffnet, vor den Tieren. Seine Eltern haben gehofft, dass er nach diesem Schlüsselerlebnis den gefährlichen Beruf eines Tierlehrers nicht ergreifen würde. Aus diesem Grunde musste er nach dem Schulabschluss eine Lehre zum Elektromaschinenbauer ergreifen, die er aber nach anderthalb Jahren aufgab. Er wollte unbedingt in die Fußstapfen seines Vaters treten.

So begann für ihn 1981 die Lehre zum Tierlehrer, die sein Vater mit Unterstützung von Dr. Immanuel Birmelin, der das theoretische Hintergrundwissen vermittelte, selbst durchführte.

In den Sonntagsproben beim Circus Krone nahm ihn sein Vater mit in den Käfig. Nach und nach vermittelte ihm sein Vater den Umgang mit gefährlichen Raubkatzen, bei dem Fehler böse Folgen haben können. Er brachte ihm die so genannte „zahme“ Dressur bei, deren Inhalt es ist, nur nach den Regeln des Tierverhaltens und der Tierpsyche und ohne Zwang und Gewalt mit den Tieren leben und zu arbeiten.

Als Ausbildungsabschluss und Gesellenstück führte Rene bei seinem ersten Auftritt 1983 in der Schwarzbunten in Lübeck selbständig zehn Tage lang sieben Tiger vor.

Als Assistent seines Vaters reiste er noch weitere Jahre mit dem Circus durch Europa, bis er 1990 die Tiger ganz von seinem Vater übernahm.

Es folgten Engagements beim Circus Krone, im königlichen Circustheater Carrée in Amsterdam, im Palais de Sport Lille sowie zwei Saisons im Hansa-Park Sierksdorf. Regelmäßig wird er als Attraktion in die alte Dressurhalle im Tierpark Hagenbeck, die zu einem Gourmettempel von der Firma Gourmetro umgebaut wurde, verpflichtet. Beim Galadiner spezieller Veranstaltungen wird dort die Tigershow den begeisterten Gästen präsentiert.

Weiterhin wirkte er mit den Tigern bei vielen Fernsehshows, Werbung (Esso,…) und auch Serien (RTL, Pro7,…) mit.

Das viermonatige Gastspiel im eigenen Zelt im Tierpark Hagenbeck, wo die Arbeit und der Umgang mit den Tieren dem interessierten Publikum erklärt wurden, war ein voller Erfolg und wurde gleichzeitig zum Prüfstein für das Vorhaben Tigerpark in Dassow.

René hat zwei Kinder, Katharina und Vincent.